Vergleichen & Wechseln


Ökologischer Strom

Der grundsätzliche Vorteil von Ökostrom liegt klar auf der Hand: er ist umweltfreundlich. Ökostrom wird in Heiz- oder Biomassekraftwerken aus erneuerbaren und nachwachsenden Rohstoffen wie Getreide, Holz oder Abfällen aus Land- und Forstwirtschaft erzeugt. Des Weiteren gibt es Kraftwerke, die vollkommen ohne Rohstoffverbrauch auskommen. Sie erzeugen ihren Strom durch Wind, Wasser oder Sonne.


Das Verbrennen fossiler Brennstoffe wie Braunkohle oder Gas erzeugt Unmengen Tonnen an Kohlenstoffdioxid (CO2). Das Erzeugen von Ökostrom ist CO2-frei oder wenigstens CO2-neutral, und leistet somit – gemäß dem Kyoto-Protokoll – einen aktiven Beitrag zur Klima-Rettung. Außerdem ist Öko-Strom langfristig gesehen eine Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Braunkohle oder Steinkohle, da die Vorkommen statistisch gesehen irgendwann verbraucht sein werden und sie –Berechnungen zufolge – noch maximal 200 Jahre reichen.

Ein weiterer Vorteil des Ökostroms ist in wirtschaftlicher Hinsicht der Bau von Anlagen, die diesen Erzeugen. Der Bau von Ökostrom-Anlagen schafft Arbeitsplätze und stärkt oftmals den regionalen Wirtschaftsmarkt. Allerdings hat Ökostrom auch Nachteile. So sind zum Beispiel die Rohstoffe für Biomasse-Kraftwerke teilweise ebenfalls nur in begrenzten Mengen erhältlich. Außerdem sind sie von oftmals erheblichen Preisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt abhängig. Auch die Nutzung von Rohstoffen wie beispielsweise Getreide als Brennstoff ist angesichts der teils hungernden Weltbevölkerung moralischen und ethischen Diskussionen unterworfen, weil diese Pflanzen ebenso als Futter- oder Nahrungsmittel verwendet werden können.

Der Bau und der Betrieb von Kraftwerken, die sich die Kraft des Wassers zu Nutze machen, um Strom zu erzeugen (z. B. Laufwasserkraftwerke, Gezeitenkraftwerke, Wellenkraftwerke oder Meeresströmungskraftwerke) bedeuten oft massive und nachhaltige Einschnitte in die empfindlichen Ökosysteme von Flora und Fauna. Windkraftanlagen und solche, die sich die Sonnenstrahlung zu Nutze machen, sind hingegen stark vom Wetter abhängig.

Die Erzeugung von Ökostrom in den entsprechenden Anlagen, wie beispielsweise Solaranlagen, ist relativ teuer und bedarf finanzieller Förderung. Die Anbieter von Ökostrom verlangen deshalb oft einen höheren Preis für ihr Produkt. Wer Ökostrom nutzen will, muss also oftmals tiefer in die Tasche greifen als bei herkömmlichem Strom. So ist es im Endeffekt jedem selbst überlassen, ob er auf Ökostrom verzichtet, um den eigenen Geldbeutel zu schonen, oder ob er der Umwelt etwas Gutes tut und dafür lieber etwas mehr zahlt.